Das Autogeschäft kommt ins Rollen

Die Geschwister verlegen 1949 den Firmensitz der Porsche Konstruktionen GesmbH von Gmünd nach Salzburg in die Alpenstraße. Während Louise und ihr
Mann Anton Piëch die Entwicklung des österreichischen VW-Imports in Salzburg forcieren, geht Ferry Porsche nach Stuttgart zurück, wo er 1950 den Grundstein der Sportwagenfertigung (die heutige Porsche AG) legt. Die beiden Porsche Unternehmen in Stuttgart und Salzburg (immer im gemeinsamen Besitz der Geschwister Louise und Ferry) haben also gemeinsame Wurzeln, sich dann aber zu eigenständigen Unternehmen entwickelt.

Im Mai 1949 startet schließlich der Importbetrieb in Salzburg mit den ersten 14 Käfern. Ab dem Jahr 1950 wird Dr. Anton Piëch auch formell als Geschäftsführer der Porsche Konstruktionen GesmbH bestellt, die im selben Jahr mit der Errichtung des Zentralersatzteillagers zudem die Versorgung der Kunden optimiert. Ein wesentlicher Schritt der Unternehmensstrategie auf dem Weg vom reinen Importgeschäft hin zum großen Dienstleistungs-
unternehmen.

Inmitten der Aufbauphase treffen zwei Schicksalsschläge die Familie. Der hochbetagte Prof. Ferdinand Porsche stirbt am 30. Jänner 1951, nur ein Jahr später verstirbt völlig überraschend auch Dr. Anton Piëch. Deshalb tritt Louise Piëch 1952 an die Spitze des noch jungen Salzburger Unternehmens, das zum damaligen Zeitpunkt 71 Mitarbeiter und drei Standorte - den Betrieb in der Alpenstraße, die Filiale in Gmünd und die Betriebsstätte in Zell am See - zählt. Die vierfache Mutter prägt Porsche Salzburg nachhaltig durch ihre unnachahmliche Motivation und Führungsstärke und führt mit großer Umsicht und kaufmännischem Gespür das wachsende Unternehmen.

Mit der Liberalisierung der Einfuhr von Automobilen ab Herbst 1953, die die Verkaufszahlen von Käfern in die Höhe (von 798 Stück im Jahr 1952 auf 2.675 im Jahre 1953) schnellen lässt, beginnt der große Aufschwung des Unternehmens. Louise Piëch gelingt es, eine österreich-
weite VW-Vertriebsorganisation und den Porsche Sport-
wagen Verkauf auf die Beine zu stellen und innerhalb nur eines Jahres erstmals die Marktführerschaft für die Marke Volkswagen (mit 5.218 verkauften PKW und 25,1% Marktanteil) zu erlangen. Eine Position, die ab 1959 nie mehr abgegeben wird.

1949 wird der Firmensitz nach Salzburg in die Alpenstraße verlegt.

VW und Porsche waren immer eins. Zumindest in Salzburg mit dem Start des Automobilhandels im Jahr 1949.

Käfer Cabrios für die Gendarmerie: Der Start des VW-Importeurs in Salzburg war durch Behördengroß-aufträge gekennzeichnet.

Von Reportern umringt: Louise Piëch setzte sich in der Branche durch und führte 20 Jahre das Unternehmen Porsche.